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Ein Kindergarten vor der Vorschule

03/10/2009

Die „Jardins d''éveils“ (Kindergärten), ein seit September 2009 in Frankreich laufendes Modellvorhaben, schlagen eine Brücke zwischen Kinderkrippe und Vorschule und richten sich an Kinder von zwei bis drei Jahren. Die Regierung wird bis 2012 insgesamt 8000 Plätze in diesen neuen Strukturen finanzieren und stellt dafür 25 Mio. EUR bereit. Die Vorhaben sollen unter Mitwirkung verschiedener Akteure, vor allem der lokalen Entscheidungsträger, entwickelt werden.

Betreuungseinrichtungen für Kinder von 2 bis 3 Jahren

Frankreich ist, wie auch Belgien, eines der wenigen Länder, die für Kinder ab dem Alter von zwei Jahren eine Vorschulbetreuung anbieten. Ein aktueller Bericht des Senats (der Papon-Bericht ), der von einer Bewertungsgruppe für die schulische Betreuung der Jüngsten verfasst wurde, vertritt die Ansicht, dass die Schule „ein Umfeld bietet, das zweijährigen Kindern kaum entspricht“ und „irrtümlicherweise als gute Voraussetzung für den schulischen Erfolg“ betrachtet wird. Im Übrigen ist die Schulbesuchsquote der Allerkleinsten zwischen 2000 und 2008 von 35 auf 21% gesunken, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden (60% Schulbesuch in der Bretagne gegenüber 5% im Großraum Paris).

Angesichts dieser Feststellungen richtet sich das Pilotprojekt der Jardins d''éveil an die 2- bis 3-Jährigen. Diese Kindergärten sind Ausdruck politischer Bemühungen, die Betreuung von Kleinkindern auszuweiten. Dabei müssen die „Jardins“ ein Bildungsprojekt, das auf die Vorschule vorbereitet, mit einem sozialen Projekt verknüpfen, das Familien in schwierigen Situationen den Zugang zu diesen Kindergärten erleichtert. Das Personal muss über Qualifikationen im Bereich der Kleinkinderziehung verfügen, wobei die Betreuung engmaschiger ist als in der Schule: Drei Erwachsene werden für eine Gruppe von 8 bis 12 Kindern unter 3 Jahren verantwortlich sein.

Das Budget

Die experimentellen Kindergärten werden für den Zeitraum von vier Jahren über 25 Millionen Euro verfügen, ein Budget, das von der nationalen Familienbeihilfskasse (8,8 Millionen), den Gebietskörperschaften und den Beiträgen der Familien kofinanziert wird. Die Finanzierung wird sich durchschnittlich auf 2900 EUR pro Platz und Jahr belaufen.

Verschiedene Bewerber (Gemeinde, öffentliche Einrichtung, Vereinigung, Unternehmen usw.) können Projekte zur Schaffung eines „Jardin d''éveil“ einreichen, vorausgesetzt, die Stadtverwaltung hat das Prinzip dieser neuartigen Betreuungsstruktur angenommen. Der erste „Jardin d''éveil“ wurde in Caussade (Tarn et Garonne) eröffnet. Er bietet 24 Plätze, ist 200 Tage pro Jahr von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und kostet die Eltern für ein Vollzeit betreutes Kind zwischen 45 EUR und 450 EUR pro Monat.

Eine umstrittene Initiative

Dieser Versuch löst etliche Diskussionen aus. Nach Auffassung der großen Lehrergewerkschaften gehorcht er, unter seinem pädagogischen Deckmäntelchen, wirtschaftlichen Zwängen und verhüllt den Wunsch, Stellen an der Vorschule abzubauen. Die für Familienfragen zuständige Staatssekretärin Nadine Morano führt aus, dass es nicht darum geht, die Schule zu ersetzen, sondern vielmehr darum, spezifische Betreuungsstrukturen für Kleinkinder zu entwickeln.

Was den pädagogischen Nutzen anbelangt, sind die Meinungen geteilt. Die einen sehen darin eine positive Initiative zur Entwicklung und Sozialisierung, vor allem für die Kinder aus den am stärksten benachteiligten Schichten. Die anderen sind der Auffassung, dass ein Kind von zwei Jahren noch die besondere Aufmerksamkeit eines familiäreren Umfelds benötigt.

For further information

Contact : Ibrahim Moussouni
Tel. +33-140 568 632
Email : ibrahim.moussouni@sante.gouv.fr
Papon Report
Guide for the use of town hallspdf

 
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