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Spanien: Unterstützung von familien und kindern, aktive inklusion

In Spanien leben 8.367.728 Menschen zwischen 0 und 17 Jahren (Erhebung vom 1. Januar 2013 – Nationales Statistisches Institut (INE)). Das sind 17,9 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien haben erhebliche Auswirkungen auf das Haushaltseinkommen und betreffen in erster Linie Familien mit Kindern. Im II. Nationalen Strategieplan für Kinder und Jugendliche (2013 - 2016) - PENIA -, der vom Ministerrat am 5. April 2013 verabschiedet wurde, sind die einvernehmlichen langfristigen Strategien festgelegt, durch die dem Wohlbefinden der Kinder von der Politik eine höhere Priorität eingeräumt werden soll.

Zugang zu angemessenen ressourcen

Der Anteil der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Kinder (unter 18 Jahren) stieg in Spanien zwischen 2008 (30,6 %) und 2012 (33,8 %) erheblich an. Bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren liegt er sogar noch höher (2012 bei 39,6 % im Vergleich zu 30,2 % für die EU28-Bevölkerung), während die neuesten Daten aus 2012 mit 33,8 % eine Änderung bei den Unter-18-Jährigen zeigen. Ihr Anteil ist in Spanien höher als in der EU27-Bevölkerung (28,1 % im  Jahr 2012), doch der Anteil der von Armut betroffenen Kinder liegt ungefähr auf EU28-Niveau (36,9 % in Spanien, 34,2 % in der EU28-Bevölkerung), wenn man Sozialleistungen zum Einkommen rechnet (Renten ausgenommen).

Die Beschäftigungszahlen in der aktiven Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) haben sich in den letzten Jahren verändert und lagen 2012 bei 60,5 %.

Im Rahmen des nationalen Reformenprogramms (NRP) hat Spanien Arbeitsreformen auf den Weg gebracht, die sich auf Unternehmertum, Umschulungen und Verbesserung der Synergien zwischen aktiver und passiver Beschäftigungspolitik konzentrieren (beispielsweise die automatische Verlängerung des PREPARA-Programms mit besonderem Verweis auf Verantwortung für Familien, bis die Arbeitslosenquote unter 20 % sinkt, und das jüngste königliche Dekret 4/2013):

Die finanzielle Unterstützung des spanischen Wirtschaftssystems durch die Lieferantenzahlungsmethode und den autonomen Liquiditätsfonds bei der Bezahlung von Rechnungen haben zur Schaffung/Sicherung von 174.542 Arbeitsplätzen und zu einem Anstieg des BIP von 1,3 % geführt und insgesamt 27.372 Millionen Euro aufgebracht. Dieses Verfahren wurde 2013 ausgeweitet, um die Schulden bei Nichtregierungsorganisationen zu verringern.

In Unterstützung der in Bezug auf die Wohnungssituation anfälligsten Familien wurde am 14. Mai das Gesetz 1/2013 verabschiedet, das den Schutz von Hypothekenschuldnern sowie eine Neustrukturierung von Mieten und Schulden vorsieht. Dazu wurde ein sozialer Wohnungsbaufonds geschaffen, um die Unterbringung von Familien zu sichern, die von Zwangsräumungen betroffen sind. Begünstigte sind vor allem: alleinerziehende Eltern mit einem oder mehreren Kindern, von denen mindestens eines unter drei Jahre alt ist, mit einem Familienmitglied in einem Abhängigkeitsverhältnis, das nicht arbeitsfähig ist oder bei dem eine Behinderung von mehr als 33 % vorliegt,  Familien, deren Hypothekenschuldner arbeitslos ist und keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld hat oder bei denen es Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt gibt.

Zugang zu hochwertigen bildungsangeboten

Die Schulbesuchsquote bei Kindern ab 3 Jahren bis zum Einschulungsalter lag 2011 bei 86 %. Gemäß den vorläufigen Daten für das Jahr 2012 - 2013 waren 437.279 Kinder von 0 bis 3 Jahren und 1.462.894 Schüler im zweiten Jahr angemeldet. Die Zahl der Bildungszentren stieg auf 21.140. Der Betrag der Zuschüsse für die Vorschulbildung stieg auf 116.132.000 Millionen Euro (2010 - 2011).

Am 17. Mai 2013 genehmigte der Ministerrat die Vorlage des Gesetzesentwurfs zur Verbesserung der Bildungsqualität vor dem Parlament. Dieser sieht eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für alle Schüler vor. Seine Umsetzung wird jährlich kombinierte Kosten in Höhe von 255 Millionen Euro verursachen, die teilweise durch den Europäischen Sozialfonds (im Zeitraum von 2014 - 2020) finanziert werden.  

Laut den Daten der Nationalen Roma-Integrationsstrategie in Spanien von 2012 bis 2020 wurden bereits erhebliche Fortschritte in Bezug auf Schüler aus der Gruppe der Roma gemacht. Der Schulbesuch im Vorschulbereich hat zwischen 1994 und 2009 erheblich zugenommen, da ein Anstieg von fast 30 Prozentpunkten bei den Roma-Kindern, die vor Beginn ihrer Schulpflicht bereits eine Vorschuleinrichtung besuchten, zu verzeichnen war (87 % im Jahr 2009). Im Grundschulbereich ist der Schulbesuch bei Roma-Kindern praktisch Standard, allerdings ist die Anwesenheit von Roma-Schülerinnen und Schülern nach der vorgeschriebenen Schulzeit noch immer nicht die Regel.

Das „Umfassende Familienunterstützungsprogramm“, das die Familienpolitik mit einem zusammenhängenden Katalog von Standardmaßnahmen strukturieren soll, soll 2014 verabschiedet werden. Die Förderung einer positiven Elternschaft, die auf die Empfehlung Nr. 19 (2006) des Ministerkomitees des Europarates der Mitgliedstaaten zurückgeht, ist ein strategisches Ziel, an dem das Ministerium für  Gesundheit, Soziales und Gleichstellung zusammen mit der Spanischen Föderation der Gemeinden und Provinzen (FEMP) und einer Gruppe von Fachleuten verschiedener spanischer Universitäten seit Jahren arbeitet.

Teilhabe von kindern

Das ultimative Ziel des II. PENIA ist die Förderung der Teilhabe von Kindern. Das umfasst  Maßnahmen wie „Sport für jede/n“, die Teilhabe in Städten, die Entwicklung von Spielzentren und sozialpädagogischen Räumen sowie die Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit.

In Bezug auf das Recht von Kindern auf Teilhabe an der Gesellschaft sticht die wachsende Zahl von Städten hervor, die nach den Daten des "Kinderfreundliche Kommunen“-Programms Behörden oder Räte zur Teilhabe von Kindern eingerichtet haben (12 % von 8.144 Städten).

In Bezug auf die Vereinszugehörigkeit geben 44 % der Kinder zwischen 6 und 11 Jahren an, einer Gruppe oder einem Verein anzugehören, während 31 % der Kinder zwischen 12 und 14 Jahren das Gleiche behaupten. Zurzeit ist der Bildungsbereich am stärksten reglementiert. An weiterführenden Schulen gibt es eindeutige Richtlinien für die Einbindung der Schüler in Schülervertretungen.

Perspektive

Die Familie ist eine Institution, die für die soziale Stabilität und den sozialen Zusammenhalt lebenswichtig ist. Daher ist die Förderung und Unterstützung von Familien mit Kindern einer der zentralen Gedanken des gesellschaftlichen Schutzes. Die zukünftigen Herausforderungen sind für Spanien mit der Entwicklung des Nationalen Strategieplans für Kinder und Jugendliche (2013 - 2016), der Verabschiedung eines „Umfassenden Familienunterstützungsprogramms“ mit Entwicklungen in der Abstimmung und der gemeinsamen Verantwortung für das Privat-, Familien- und Berufsleben verbunden.

In Bezug auf Inklusion und gesellschaftlichen Schutz sollen im nächsten Quartal im Rahmen eines nationalen Maßnahmenprogramms für gesellschaftliche Inklusion 2013 - 2016 mit dem Ziel der Bekämpfung von Kinderarmut alle öffentlichen administrativen Maßnahmen mit dem strategischen Ziel aktiver Inklusion gebündelt werden.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert.

 

Kinderfreundliche Kommunen (UNICEF)

Dieses Programm (http://childfriendlycities.org/) ist eine Initiative des spanischen Komitees von UNICEF, über 10 Jahre finanziert vom Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung. Sein Hauptziel besteht in der Förderung des UN-Kinderrechtskomitees im Bereich spanischer kommunaler Behörden. Ein weiteres Ziel ist die aktive Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern am kommunalen Leben im Rahmen von Kinderräten oder anderen zu diesem Zweck eingerichteten Gremien. Außerdem fördert es die Vernetzung und vereinfacht das Knüpfen von Beziehungen zwischen kommunalen Verwaltungen und anderen Stellen, die an der Entwicklung des UN-Kinderrechtskomitees interessiert sind, um Informationen und kreative Lösungen auszutauschen. In diesem Rahmen wurden 62 spanische Städte anerkannt; das bedeutet, dass 80 Städte Good Practice in Bezug auf Kinderrechte anwenden. Die Website zählt jährlich rund 180.000 Besucher. Bisher wurden die kommunalen Kinder- und Jugendallianzen (ALIA) innerhalb dieses Rahmenwerks als Strategie zur kommunalen Umsetzung dieser Grundsätze eingerichtet. Dabei sind verschiedene Programme möglich, die alle auf Fürsorge, Gleichstellung und gesellschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder ausgerichtet sind.