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Slowenien: Eine dynamische Familienpolitik zur verbesserten Vereinbarung von Beruf und Familie

Die Grundlage regierungspolitischer Maßnahmen im familiären Bereich stellt ein Dokument mit dem Titel „Resolution über die Prinzipien der Gestaltung der Familienpolitik in Slowenien“ dar, das Strategien für die Entwicklung familienpolitischer Maßnahmen aufzeigt. Der Zugang zu angemessenen Ressourcen und der Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten sind zwei wesentliche Komponenten. Aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise hat sich in den letzten Jahren insbesondere der Zugang zu angemessenen Ressourcen für Familien mit Kindern verschlechtert – Statistiken und Studien haben ergeben, dass sich das Einkommen der Familien verringert hat und dass neue Gruppen gefährdeter Familien entstehen. Die Beschäftigungsquote in Slowenien ist jedoch nach wie vor eine der höchsten, wenn es um die Beschäftigung von Müttern kleiner Kinder geht und das Land hat das geringste geschlechtsspezifische Lohngefälle der EU. Dennoch besteht für weniger Kinder ein Armutsrisiko, als in anderen europäischen Ländern.

Zugang zu angemessenen Ressourcen

Dank Unterstützung durch die Regierung liegt die Beschäftigungsrate für Frauen relativ hoch (60,0 % ggü. 59,6 % in der gesamten EU im Jahr 2014) und entspricht dem Lissabon-Ziel der EU in Bezug auf Frauenerwerbstätigkeit. Die Beschäftigungsraten von Frauen sind trotz der Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die sowohl bei Frauen als auch in der Gesellschaft allgemein höhere Arbeitslosigkeitsquoten mit sich geführt hat, nach wie vor hoch. Es muss allerdings beachtet werden, dass die Beschäftigungsraten für Frauen insgesamt immer noch geringer sind als die von Männern (67,5 % im Jahr 2014).

2014 gingen deutlich mehr Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Der Wert liegt mit 14,9 % jedoch immer noch unter dem EU-Durchschnitt von 32,8 %. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle war 2013 mit 3,2 % das niedrigste in der EU (der EU-Durchschnitt lag 2013 bei 16,3 %).

Die Beschäftigungsrate von Müttern mit Kindern unter sechs Jahren war 2014 mit 72,5 % die höchste in der EU (der EU-Durchschnitt lag bei 60,7 %). Dies zeigt, dass sich slowenische Mütter nicht vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Durch das neue Gesetz über Elternschutz und Familienzuschüsse (New Parental Protection and Family Benefit Act), das 2014 in Kraft trat, wurde für Mütter mit zwei Kindern ab sechs Jahren das Recht erweitert, einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen, bis diese die erste Klasse der Grundschule absolviert haben.

Dieses Gesetz hatte einige Veränderungen zur Folge, die sich auch auf die Elternzeit auswirken, welche ein wichtiges Mittel zur Förderung der Wiedereingliederung von Eltern in den Arbeitsmarkt darstellt. Der Anspruch von 105 Arbeitstagen Mutterschaftsurlaub entspricht in etwa dem europäischen Durchschnitt und bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Jeder Elternteil hat Anspruch auf 130 Tage Elternzeit. Mütter haben die Möglichkeit, 100 dieser Tage an die Väter abzugeben und Väter können die gesamten 130 Tage Elternzeit, die ihnen zustehen, auf die Mütter übertragen. Vor Aktualisierung der Gesetzgebung konnten Väter 90 Kalendertage Vaterschaftsurlaub in Anspruch nehmen, von denen ihnen allerdings nur 15 Tage bezahlt wurden. Daten haben gezeigt, dass die Mehrheit der Väter nicht die gesamten 90 Tage, sondern nur bis zu 15 Tage Elternzeit in Anspruch nahm. Untersuchungen belegen, dass dies in der Tatsache begründet ist, dass ihr Gehalt nicht über den gesamten Zeitraum (voll) kompensiert wurde. Auf Grundlage dieser Ergebnisse erlaubt die neue Gesetzgebung Vätern und Müttern jetzt 15 Tage gemeinsame Elternzeit direkt nach der Geburt sowie zusätzliche 5 (bezahlte) Tage nach Ablauf des Elternurlaubs (ein Jahr nach der Geburt). Abgesehen davon haben Väter das Recht auf 50 Tage unbezahlten Elternurlaub.

Nicht nur der Beruf ermöglicht einen angemessenen Lebensstandard – auch verschiedene Leistungen spielen eine zentrale Rolle. Die Ausgaben für soziale Leistungen im Bereich der Familienpolitik entsprechen mit 2,0 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2013 in etwa dem EU-Durchschnitt (2,4 % im Jahr 2012). Die Zahlen sind mit denen der vorhergehenden Jahre vergleichbar.

Das monatliche Kindergeld, das Familien in Anspruch nehmen können, die weniger verdienen als der slowenische Durchschnitt, der Zuschuss für Großfamilien und der Familienzuschlag zählen zu den wichtigsten Zuschüssen für Familien mit Kindern.

Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten

Die Anzahl der Kinder beider Altersgruppen, die ganztägig offizielle Kinderbetreuungsangebote in Anspruch nehmen, liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt und entspricht den Barcelona-Zielen für Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren (SI: Kinder unter drei Jahren: 39 % und EU-Durchschnitt 27 %; SI: Kinder zwischen drei Jahren und dem Mindestschulpflichtalter: 91 % und EU-Durchschnitt: 82 %). Nur 3 % der Kinder unter drei Jahren und 10 % der Kinder über drei Jahren besuchen offizielle Kinderbetreuungsstätten im Umfang von weniger als 30 Stunden (Zahlen aus dem Jahr 2013).

Es wurden neue Maßnahmen eingeleitet, um die Kinderbetreuungskosten zu senken. Zudem wurden Programme auf nationaler Ebene initiiert, um die Aufgaben sowie die Bezahlung der Mitarbeiter zu kontrollieren. Für Tagesmütter werden allerdings immer noch keine öffentlichen Mittel bereitgestellt und unterliegen auch immer noch keiner staatlichen Kontrolle, obwohl 2006 ein System zur freiwilligen Registrierung eingeführt wurde.

Partizipationsrechte von Kindern

Die Ergebnisse für das Wohlergehen von Kindern scheinen positiv auszufallen: Nur wenige Kinder (0 bis 18 Jahre) sind armutsgefährdet oder von sozialer Ausgrenzung bedroht (17,7 % im Vergleich zum EU-28-Durchschnitt von 27,7 % im Jahr 2014). Allerdings muss angemerkt werden, dass sich die Situation nicht ganz so positiv darstellt, wie es zunächst scheint. Die Auswirkungen der Krise haben Konsequenzen für Kinder. Die Armutsrisikorate im Hinblick auf Kinder ist in den letzten Jahren angestiegen (2009 betrug sie z. B. 15,1 %). Besonders beunruhigend ist, dass dies auch für Langzeitarmut bei Kindern gilt.

Schlussfolgerung

Slowenien verfügt über eine relativ gut entwickelte Familienpolitik, die darauf abzielt, die Vereinbarung beruflicher und familiärer Verpflichtungen zu ermöglichen, beiden Geschlechtern die gleichen Möglichkeiten zu bieten und eine horizontale Einkommensumverteilung zugunsten von Familien mit Kindern zu erwirken. 

Die größte Herausforderung wird für Slowenien zukünftig darin bestehen, den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Vereinbarung von Arbeit und Familie so effektiv wie möglich entgegenzuwirken.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert.

Zertifikat für familienfreundliche Unternehmen

Slowenien verfügt über eine relativ gut entwickelte Familienpolitik, die darauf abzielt, die Vereinbarung beruflicher und familiärer Verpflichtungen zu ermöglichen, beiden Geschlechtern die gleichen Möglichkeiten zu bieten und eine horizontale Einkommensumverteilung zugunsten von Familien mit Kindern zu erwirken. 

Die größte Herausforderung wird für Slowenien zukünftig darin bestehen, den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Vereinbarung von Arbeit und Familie so effektiv wie möglich entgegenzuwirken.