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Malta: Kindern eine Möglichkeit zur Mitwirkung bieten und in ihr Wohlbefinden investieren

Malta hat seine Bemühungen verstärkt, um Kindern eine Möglichkeit zur Mitwirkung zu bieten und in ihr Wohlbefinden zu investieren. Dies wird auch in Maltas Nationalem Reformprogramm, im Strategiebericht zum sozialen Schutz und zur sozialen Inklusion und dem Nationalen Strategiebericht zur Armutsbekämpfung und sozialen Inklusion 2014 - 2024 dargelegt. Der letztgenannte Bericht beinhaltet Maltas Strategie zur Bekämpfung von Armut und sozialer Exklusion gemäß den Zielsetzungen zur Armutsverringerung im Rahmen der Europa-2020-Strategie.

Zugang zu angemessenen Ressourcen

Die Regierung hat zur Kenntnis genommen, dass das Wohlergehen von Kindern stark von den verfügbaren Möglichkeiten und dem Zugang zu angemessenen Ressourcen abhängig ist und hat deshalb ihre Anstrengungen in dieser Richtung verstärkt. Familieneinkommen wurden durch Maßnahmen konsolidiert, wie zum Beispiel durch die Senkung der Leistungen für Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende, die Bereitstellung von vollen Witwenrenten für erwerbstätige Witwen und volle Invalidenrenten für Menschen mit Behinderung, wenn diese in den Arbeitsmarkt eintreten. Andere eingeführte Maßnahmen zur Stützung des Einkommens aus Sozialleistungen umfassen eine wöchentliche Erhöhung der Beihilfe für Kinder mit Behinderungen, eine Arbeitnehmerbeihilfe und eine Einkommensbeihilfe für erwerbstätige Eltern mit niedrigem Einkommen, soziale Unterstützung und kostenlose Kinderbetreuung für arbeitslose Alleinerziehende, die sich am „Garantieprogramm für junge Menschen“ beteiligen. Eine kostenlose Betreuung für Kinder von erwerbstätigen Eltern oder Eltern, die sich in der Ausbildung befinden, wird bereits seit 2014 angeboten. Des Weiteren hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, die zu einer Erhöhung des frei verfügbaren Einkommens geführt haben. Dazu zählen unter anderem die Senkung von Strom- und Wasserkosten für Haushalte, die Erweiterung der Steuerklassen für Eltern und die Einführung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit des Familien- und Berufslebens beispielsweise durch die Erhöhung der Leistungen während des Mutterschaftsurlaubs. Die letztgenannte Maßnahme schließt selbstständige Frauen und Adoptiveltern mit ein. Außerdem wurde ein gesonderter Mutterschaftsfonds für im Privatsektor tätige Frauen eingeführt.

Die staatliche Arbeitsvermittlung Maltas bietet mehrere Schulungsprogramme, um sowohl den Bedürfnissen von Einzelpersonen als auch denen der Wirtschaft nachzukommen, und um lebenslanges Lernen zu fördern. Im Rahmen des Beratungsservice für Arbeitssuchende beschäftigt die Arbeitsvermittlung eine Reihe von Beratern, deren Hauptaufgabe es ist, eine personalisierte Berufsberatung anzubieten und einen persönlichen Aktionsplan für die einzelnen Arbeitssuchenden zu erstellen. Außerdem wird die Erstellung eines Kundenprofils als nützliches Mittel angesehen, um die Bedürfnisse der Einzelpersonen im Zusammenhang mit der Karriereplanung zu identifizieren.

Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten

Die frühe Förderung von Werten im Zusammenhang mit sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit wird im „Rahmenwerk zur Bildungsstrategie für Malta 2014 - 2024“ hervorgehoben und unterstützt. Das Rahmenwerk wurde im Februar 2014 veröffentlicht.

Der Besuch staatlicher Kindergärten für Kinder zwischen drei und fünf Jahren ist kostenlos und für alle zugänglich. Zudem wird für Kinder zwischen drei und 16 Jahren in mehr als 30 staatlichen Grundschulen eine Betreuung nach der Schule angeboten. Dieses Angebot überbrückt die Zeit zwischen Schulschluss und dem Zeitpunkt, zu dem die Eltern von der Arbeit zurückkehren und bietet Kindern zusätzliche Möglichkeiten, soziale, emotionale und schulische Kompetenzen zu entwickeln. Während der Sommerferien ist ein weiteres Programm, das sich „SkolaSajf“ nennt, verfügbar.

Im Anschluss an das bis Juni 2015 laufende Pilotprojekt „Ein Tablet für jedes Kind“ ist nun vorgesehen, dass jedem Schüler der 4. Klasse bis Oktober 2016 ein Tablet zur Verfügung gestellt wird. Die Tablets werden genutzt, um häufigeres und besseres Lesen, Schreiben, Rechnen und digitale Schreib- und Lesefähigkeiten zu fördern. Die Regierung bietet ebenfalls finanzielle Unterstützung für Projekte im Zusammenhang mit der Förderung unternehmerischer Kompetenzen. Die finanzielle Unterstützung kann von maltesischen Einrichtungen der Primär- und Sekundärbildung, die sich an der jährlich stattfindenden Initiative beteiligen, in Anspruch genommen werden.

Im Februar 2015 veröffentlichte das Ministerium für Bildung und Arbeit ein Strategiedokument zur schulischen Inklusion mit dem Titel „Bildung für alle: Sonderpädagogik und integrative Bildung in Malta.“ Dieses Strategiedokument bewertete nicht nur die Inklusion in maltesischen Schulen sondern auch das gesamte Bildungssystem. Die von der Europäischen Agentur für Sonderpädagogik und integrative Bildung durchgeführte Studie hebt insbesondere hervor, dass Lernende mit besonderen Bedürfnissen von allen beteiligten Akteuren Unterstützung benötigen.

Die Bildungsbedürfnisse von Kindern, die spezialisierte Langzeitbehandlungen im Krankenhaus durchlaufen, können durch eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Bildungsdirektionen erfüllt werden.

Außerdem wird der Betreuung durch Pflegeeltern gegenüber der Betreuung in Heimen weiterhin Vorrang gegeben. Die Regierung verabschiedete ein Programm, das Pflegeeltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen ein beträchtliches Zahlungspaket zur Verfügung stellt. Dadurch sollen mehr Menschen dazu ermutigt werden, Kinder mit besonderen Bedürfnissen aufzunehmen. Für das Personal für kinderbezogene Dienstleistungen im Aġenzija Appoġġ, dem nationalen Sozialamt, wurden Schulungen zum „Kontakt mit den Geburtseltern“ angeboten. Dies hatte zum Ziel, den Kontakt mit den Geburtseltern effektiver zu gestalten und gleichzeitig die besten Interessen des Kindes zu wahren. Das Amt plant ebenfalls eine Strategie für Medienkampagnen, die andere potenzielle Pflegeeltern dazu zu ermutigen sollen, sich an einer solchen Initiative zu beteiligen.

Im Jahr 2014 und 2015 wurden gemeinschaftsbasierte Dienstleistungen durch die Einführung des LEAP-Projekts, eine kofinanzierte Pilotinitiative der EU, verstärkt. Durch seine Ressourcenzentren für Familien stellt das LEAP-Projekt interdisziplinäre Unterstützungsangebote zur Verfügung, um den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien innerhalb der regionalen Gemeinden gerecht zu werden. Diese Initiativen stellen eine Fülle von Sozialleistungen innerhalb benachteiligter Gemeinden zur Verfügung und vereinfachen gleichzeitig den Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten. Aufgrund seines Erfolges wird das LEAP-Projekt auch in den kommenden Jahren weitergeführt.

Partizipationsrecht von Kindern

In Zusammenarbeit mit dem Sonderbeauftragten für Kinder und anderen Interessenvertretern wurde eine Maßnahme zu nationalen Standards für die Sicherheit von Innen-Spielbereichen eingeführt. Außerdem wird ein Rechtsinstrument zur Unterstützung dieses nationalen Standards entworfen. Die Rolle des Sonderbeauftragten für Kinder in Malta soll gestärkt und mit der Berechtigung ausgestattet werden, Entscheidungen umzusetzen.

Die Regierung möchte die Partizipation von Kindern an Gesellschafts-, Kultur-, Sport-, Freizeit- und Gemeindeaktivitäten fördern. In diesem Zusammenhang werden Sporteinrichtungen gebaut oder renoviert, neue Ausstattungen für Kinderspielplätze und Gartenmöbel zur Verfügung gestellt und Schulungen für im lokalen Sportsektor tätige Verwaltungsangestellte angeboten.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Dexenver 2015 aktualisiert.

Die oben genannten Informationen basieren auf den drei Themen Ressourcen, Dienstleistungen und Partizipation und liefern einen kurzen Überblick über die wichtigsten politischen Maßnahmen, Dienstleistungen und Programme zur Umsetzung von Initiativen, die in Malta im Laufe der Jahre 2014 und 2015 auf den Weg gebracht wurden, sowie über die Pläne für die kommenden Jahre zur Förderung der Sichtbarkeit, des Verständnisses und der Berücksichtigung der Rechte und des Wohlbefindens von Kindern.