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Malta – Kindern eine Möglichkeit zur Mitwirkung bieten und in ihr Wohlbefinden investieren

Die maltesische Regierung behandelt das Thema Kinderrechte bevorzugt und es wird darauf hingearbeitet, Kindern mehr Schutz zu bieten.

Der Minister für Familie und soziale Solidarität hat eine Nationale Kommission für Kinderpolitik und -strategie (CCPS, eine im Juni 2013 begonnene Initiative, die für die Entwicklung und Überwachung von politischen und strategischen Maßnahmen im Zusammenhang mit Kindern zuständig ist) ins Leben gerufen, um unter Mitwirkung von Kindern eine auf die Rechte des Kindes ausgerichtete Strategie und politische Maßnahme für Kinder zu erarbeiten. Zudem ist die Kommission damit beauftragt, ein Konzept für ein Kindergesetz und eine kinderpolitische Maßnahme zum Schutz der Rechte und Interessen von Kindern zu erstellen. In diesem Zusammenhang soll sie sich mit allen Interessensvertretern besprechen – auch mit Kindern.

Zugang zu angemessenen Ressourcen

Förderung der Teilnahme von Eltern am Arbeitsmarkt

Es werden verstärkt Maßnahmen zum Ausbau des Kinderbetreuungsangebots in Malta ergriffen, um Betreuungseinrichtungen zu konsolidieren und sicherzustellen, dass alle Kinder gemäß der maltesischen regierungspolitischen Maßgebungen Zugang zu qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungseinrichtungen erhalten. Der Kinderbetreuungsstandard in Malta wird mithilfe von verschiedenen Initiativen gehoben. Beispiele hierfür sind die freiwillige Selbstkontrolle des Sektors, der verstärkte Einsatz von Schulungen für Personen, die in der Kinderbetreuung tätig sind sowie von Prämiensystemen, die einen Anreiz zur Verbesserung der Kinderbetreuungseinrichtungen bieten sollen.

Zudem wurde der Mutterschutzurlaub mit Wirkung ab dem 1. Januar 2013 von 16 auf 18 Wochen ausgedehnt. Die zusätzlichen Wochen werden in Form einer wöchentlichen Pauschale von 160 Euro gezahlt. Die Maßnahmen zielen zudem darauf ab, Frauen stärker in den Arbeitsmarkt einzubeziehen.

Zudem erhalten Eltern, die zwischen dem 1. Januar 1952 und dem 31. Dezember 1961 geboren wurden und ihren Arbeitsplatz zur Kinderbetreuung zeitweise verlassen und anschließend wieder aufnehmen, seit Januar 2013 Zuschüsse zu den nationalen Versicherungsbeiträgen.

Einen angemessenen Lebensstandard durch eine Kombination verschiedener Leistungen ermöglichen

Malta hat den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen von Investition in das Wohlergehen von Kindern erkannt. Aus diesem Grund verfolgt das Land einen Ansatz, der das gesamte Leben berücksichtigt und auf den Aspekten „Prävention" und „frühzeitige Intervention" basiert, die eine grundlegende Rolle bei der Durchbrechung des generationsübergreifenden Armutszyklus spielen, indem das Thema Kinderarmut angegangen wird. 

Im Zusammenhang mit den zuletzt ergriffenen Maßnahmen sind die Erhöhung des Kindergeldes für Familien sowie die Vorauszahlung dieser finanziellen Unterstützung zu nennen, sodass das Geld rechtzeitig zum Beginn des jeweiligen Schuljahres eingeht. Zudem wurde der Lebenshaltungszuschuss („Cost of Living Allowance“, COLA) für einkommensabhängige und beitragsunabhängige Leistungen (wie zusätzliche Unterstützung und Energiezuschüsse) erhöht, um benachteiligteren Haushalten zu helfen.

Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten

Prävention von Chancenungleichheit bereits in frühen Jahren durch Investitionen im Bereich Erziehung, Bildung und Betreuung im frühen Kindesalter

In Malta ist der Besuch staatlicher Kindergärten (0 - 3 Jahre) kostenlos  und für alle zugänglich. Zudem bietet die Stiftung für Bildungsdienstleistungen des Ministeriums für Bildung und Beschäftigung für Kinder zwischen 3 und 16 Jahren eine Betreuung nach der Schule an. Dieses Angebot überbrückt die zeitliche Lücke zwischen dem Ende der Schule und dem Zeitpunkt, zu dem die Eltern von der Arbeit kommen. Es trägt dazu bei, die Arbeitsbedingungen für erwerbstätige Eltern zu verbessern und bietet Kindern zusätzliche Möglichkeiten, soziale und emotionale Fähigkeiten auszubilden sowie Lernfähigkeiten vermittelt zu bekommen. 

Verbesserung der Auswirkung des Bildungssystems auf das Thema Chancengleichheit

In Malta setzt sich die nationale Kommission für die Förderung von Chancengleichheit dafür ein, dass Kinder stärker sensibilisiert werden und ihnen in Bezug auf die Themen Chancengleichheit, Diskriminierung und Stereotypen das nötige Wissen vermittelt wird. Die Kommission führt Schulungen für verschiedene Interessensvertretergruppen durch, um über diese Themen zu informieren, unter anderem für Kinder- und Schülergruppen. 

Das für den Bereich Bildung verantwortliche Ministerium hat zudem verschiedene Initiativen ins Leben gerufen, um insbesondere in Bezug auf benachteiligte oder solche Personen, die zusätzliche Hilfe benötigen, die Chancengleichheit zu fördern und das Dienstleistungsangebot zu verbessern. In diesem Zusammenhang wird ein Ansatz für ganzheitliche Bildung für Schüler gefördert, die einen Lernhilfeassistenten benötigen. 

Bedarfsgerechtere Gestaltung von Gesundheitssystemen, um den Bedürfnissen benachteiligter Kinder gerecht zu werden

Durch eine verbesserte Kooperation des Bildungsministeriums und dem Boffa-Krankenhaus, einer Spezialklinik für Onkologie, Palliativbehandlung und Dermatologie, ist es einfacher möglich, den Bildungsbedürfnissen der Kinder, die in dem Krankenhaus behandelt werden, nachzukommen. Auf diese Weise erhalten sie auch während ihrer Behandlung in dem Krankenhaus Unterstützung und Hilfestellung in Bezug auf Bildungsbelange. 

Kindern ein sicheres, angemessenes Wohn- und Lebensumfeld schaffen

Es werden Maßnahmen umgesetzt, die auf die Bereitstellung einer größeren Anzahl an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder, die der Obhut ihrer leiblichen Eltern entnommen werden müssen, abzielen.

Stärkere Unterstützung für Familien und bessere Qualität alternativer Betreuungseinrichtungen

In Malta wird - insbesondere für Kinder im Alter von 3 Jahren - die Unterbringung bei Pflegeeltern der Unterbringung in institutionellen Pflegeeinrichtungen vorgezogen.

Partizipationsrecht von Kindern

Förderung der Teilnahme aller Kinder an Aktivitäten in den Bereichen Spiel, Freizeit, Sport und Kultur

Die maltesische Behörde für Wettbewerb und Verbraucherschutz hat einen Entwurf für eine politische Maßnahme zu nationalen Standards für die Sicherheit von Innen-Spielbereichen ausgearbeitet. Aus diesen Standards werden Empfehlungen zur Verwaltung und dem Einsatz dieser Art von Zentren abgeleitet werden können.

Umsetzung von Maßnahmen, die die Partizipation von Kindern an Entscheidungsprozessen fördern, die Auswirkungen auf ihr Leben haben

Die Rolle des Sonderbeauftragten für Kinder in Malta soll gestärkt und mit der Berechtigung ausgestattet werden, Entscheidungen umzusetzen. Die Nationale Kommission für Kinderpolitik und -strategie entwirft und erneuert Gesetze, um alle Aspekte der Kinderrechte zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Betreuungsverfügungen, Adoptionen und die Unterbringung bei Pflegeeltern.

Zukunftsperspektiven

Die oben beschriebenen Initiativen geben einen kurzen Überblick über die Entwicklung der politischen Maßnahmen in Malta und zeigen auf, welche Aktionen vorrangig durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Rechte von Kindern gewahrt werden und ihr Wohlergehen gefördert wird. Die Bekämpfung von Kinderarmut stellt immer noch eine große landesweite Herausforderung dar, obwohl sie bereits nachdrücklich angegangen wird und wesentliche Entwicklungen in diesem Bereich verzeichnet werden konnten. Das Ministerium für Familie und soziale Solidarität bemüht sich verstärkt darum, den Faktoren vorzubeugen, die sich negativ auf das Wohlergehen von Kindern auswirken können, und sie zu bekämpfen. Malta möchte in diesem Bereich anhand der Möglichkeit, Kindern eine Möglichkeit zur Mitwirkung zu bieten, weitere Fortschritte verzeichnen und auf diese Weise den generationsübergreifenden Zyklus der Armut und sozialen Exklusion zu durchbrechen.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert. 

 

Die maltesische Regierung hat bei der Universität von Malta eine Forschungsstudie zum Thema „Bekämpfung von Kinderarmut“ mit den folgenden Zielen in Auftrag gegeben: 

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Minderung von Kinderarmut in direktem Zusammenhang mit verschiedenen Variablen steht, werden weiterführende Untersuchungen angestellt werden, um einen besseren Eindruck davon zu bekommen, welche Haushalte am meisten gefährdet sind und aus welchem Grund. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden die Grundlage für eine umfassendere Strategie bilden, die das Problem Kinderarmut ganzheitlicher angehen wird.

Es wird nicht erwartet, dass diese Forschungsstudie unmittelbar dazu führen kann, die Armut zu senken. Sie wird allerdings ermöglichen, die Komplexität des Problems der Kinderarmut besser zu verstehen und Maßnahmen ableiten zu können, mit deren Hilfe die Kinderarmut nachhaltig verringert werden kann. Aus diesem Grund wird von dieser Forschungsstudie erwartet, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Senkung der Kinderarmut leisten können wird.“

Die Forschungsstudie mit dem Titel „Verbesserung der Lebensqualität von Alleinerziehenden in Malta“ (Improving the Quality of Life of Lone Parents in Malta) ist schwerpunktmäßig auf alleinerziehende Mütter ausgerichtet. Sie wird im März 2014 fertig gestellt und dem Minister für Familie und soziale Solidarität ein Abschlussbericht vorgelegt werden, der Ergebnisse sowie Vorschläge für politische Maßnahmen enthalten wird.