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Irland – bis 2020 bessere Ergebnisse in Bezug auf Kinder geplant

In Irland liegt die Verantwortung für das Wohlergehen von Kindern in den Händen unterschiedlicher Ministerien und im Zusammenhang mit diesem Thema gibt es verschiedene Strategien, Aktionspläne und Programme. 

Better Outcomes, Brighter Futures (BOBF): Das nationale politische Rahmenwerk für Kinder und Jugendliche 2016 - 2020 (BOBF), das von der Regierung 2014 ins Leben gerufen wurde, bildet das übergreifende Regelwerk für die Entwicklung und Umsetzung von politischen Strategien und Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 25 Jahren. 

Better Outcomes, Brighter Futures liegt ein Ansatz zugrunde, in den die gesamte Regierung eingebunden ist. Dieser soll gewährleisten, dass im Hinblick auf Kinder und Jugendliche bessere Ergebnisse erzielt werden und beruht auf verschiedenen Strategien in den Bereichen frühe Kindheit, Jugend und Partizipation. Er zielt darauf ab, eine Reihe von Ergebnissen im Hinblick auf Kinder und Jugendliche zu erzielen, auf die alle Regierungsbehörden und -einrichtungen, der öffentliche Dienst sowie der freiwillige und gemeinnützige Sektor gemeinsam hinarbeiten werden.

Kinder als Thema, für das die gesamte Regierung verantwortlich ist 

Im Ministerium für Kinder- und Jugendangelegenheiten (Department for Children and Youth Affairs, DCYA) sind verschiedene Schlüsselbereiche im Hinblick auf politische Entscheidungen und Maßnahmen in Bezug auf Kinder, Jugendliche und Familien vereint. Das Ministerium ist für verschiedene Teilbereiche zuständig. Es leitet gezielte, allgemeine Interventionen ein. Ziel ist es, zu erreichen, dass zahlreiche Interessensvertreter daran arbeiten, politische Entscheidungen und Maßnahmen regierungsübergreifend in Einklang zu bringen, damit bessere Ergebnisse im Hinblick auf Kinder, Jugendliche und Familien erbracht werden. 

Die Einrichtung der neuen Agentur für Kinder und Familien (Child and Family Agency) im Jahr 2014 ist ein Zeichen für das Engagement der Regierung, Veränderungen im Zusammenhang mit den Dienstleistungen für Kinder und Familien in Irland herbeizuführen. Die Agentur ist schwerpunktmäßig für Kinderschutz, Familienförderung und andere wichtige Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kindern zuständig. 

Beispiele für weitere regierungsübergreifende politische Maßnahmen für die Optimierung der Ergebnisse im Hinblick auf Kinder sind:

  • Der Nationale Aktionsplan für soziale Inklusion 2007 - 2016 (National Action Plan for Social Inclusion 2007-2016, NAPinclusion), wird vom Ministerium für Sozialschutz koordiniert und gesteuert, das auch für Kinderbeihilfe und Einkommensunterstützungen für Familien zuständig ist.
  • Maßnahmen für Chancengleichheit in Schulen (Delivering Equality of Opportunity in Schools, DEIS) ist der Aktionsplan für Inklusion im schulischen Bereich und das politische Instrument, dessen sich das Ministerium für Bildung und Qualifikationen (DES) bedient, um gegen Bildungsbenachteiligungen an Schulen vorzugehen. Das DES trägt gemeinsam mit dem DCYA die Verantwortung für politische Maßnahmen im Zusammenhang mit Bildung in der frühen Kindheit.
  • Das Rahmenwerk Healthy Ireland, das darauf abzielt, Benachteiligungen im Gesundheitsbereich in Bezug auf die Gesamtbevölkerung auszugleichen, unter anderem im Hinblick auf Kinder und Jugendliche
  • Die Entwicklung von kinder- und jugendfreundlichen nachhaltigen Gemeinschaften durch Einleiten entsprechender politischer Maßnahmen und Festlegung entsprechender Ziele in Bezug auf Entwicklungspläne auf Länder- und Stadtebene für kinderfreundliche Gemeinden durch das Ministerium für Umwelt, Gemeinschaft und kommunale Verwaltung 

Förderung des Zugangs zu angemessenen Ressourcen 

Programme für die Bereitstellung von Kinderbeihilfe und Einkommensunterstützungen für Familien sollen unter anderem Eltern unterstützen. Ziel der Stellungnahme zu den Regierungsprioritäten 2014 - 2016pdf (Statement of Government Priorities 2014 - 2016pdf) ist eine neue Vereinbarung bezüglich des Lebensstandards, um sicherzustellen, dass die Vorteile des Aufschwungs Arbeiterfamilien mit niedrigem oder mittlerem Einkommensniveau im ganzen Land zugutekommen. Die Regierung verpflichtet sich dazu, vorrangig Maßnahmen einzuleiten, die Familien mit niedrigem Einkommen unterstützen. Dies soll dadurch erreicht werden, dass das Kinderbeihilfesystem optimiert werden und eine Neujustierung im Hinblick auf bezuschusste Kindesbetreuung erfolgen soll. Das Ziel ist, dass diejenigen, die von Sozialhilfe zu einer Arbeit übergehen, im Arbeitsverhältnis Vorteile haben. 

Familien mit Kindern erhalten verschiedene finanzielle Unterstützungen. Das Ministerium für Sozialschutz zahlt (Department of Social Protection) unter anderem die folgenden Leistungen:

Das Ministerium für Sozialschutz wird 2015 insgesamt etwa 3 Milliarden Euro für Zahlungen im Zusammenhang mit Kinderbeihilfe und Einkommensunterstützungen für Familien ausgeben. 

Im Vergleich zum EU-Durschnitt (2,2 %) machte die finanzielle Unterstützung von Familien und Kindern in Irland 2012 3,4 % des BIP aus. 

Schwerpunkt auf politische Maßnahmen im Zusammenhang mit Kinderarmut

In der Regel wird das nationale Armutsziel in Irland anhand von drei Indikatoren bestimmt: Menschen mit geringem Einkommen oder von Armut bedrohter Menschen (diese werden definiert als Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60 % des Durchschnittseinkommen beträgt), Menschen, die materieller Güter entbehren (definiert als Personen, die in Haushalten leben, in denen es an mindestens 2 von 11 Dingen fehlt, die einvernehmlich als notwendig erachtet wurden) und Menschen, bei denen beide Voraussetzungen gegeben sind (ständige Armut).

Aufgrund der Erkenntnis der höheren Risiken und lebenslangen Konsequenzen im Zusammenhang mit Kinderarmut wurde ein kinderspezifisch ausgerichtetes Ziel in das nationale politische Rahmenwerk für Kinder und Jugendliche 2014 - 2020 aufgenommen. 

Es wird darauf abgezielt, bis 2020 zu bewirken, dass mehr als 70.000 Kinder (im Alter von 0 - 17 Jahren) nicht mehr in ständiger Armut leben. Dann würden im Vergleich zu 2011 mindestens zwei Drittel weniger Kinder in ständiger Armut leben. In diesem Zusammenhang wird versucht, das erhöhte Risiko ständiger Armut für Haushalte mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Haushalten (8,8 % ggü. 4,2 %) und für Kinder im Vergleich zu Erwachsenen (ab 18 Jahren) (9,3 % ggü. 6 %) zu senken.  

Dieses Ziel soll dadurch erreicht werden, dass die Beschäftigungsquoten der Eltern optimiert werden und vermehrt in passende, effektive Dienstleistungen investiert wird, die der Kinderarmut abhelfen können. 

Sozialtransfers spielen im Zusammenhang mit der Armutsminderung in Irland eine große Rolle. 2013 wurde die Armutsrisikoquote für Kinder von 45,5 % auf 16 % gesenkt – eine Armutsverringerung von 65 % (PREST). Der PREST-Vergleichswert für die EU-28 liegt bei 15 % (Eurostat EU-SILC-Indikatoren). Irland gehört in diesem Bereich zu den EU-Ländern mit den besten Ergebnissen.

Das Ministerium für Sozialschutz arbeitet derzeit gemeinsam mit seinen Partnerministerien und Interessensvertretern aus dem freiwilligen und gemeinnützigen Sektor daran, einen regierungsübergreifenden, multidimensionalen Ansatz zu entwickeln, mit dem gegen Kinderarmut vorgegangen werden soll. 

Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen 

Der wesentliche Zusammenhang zwischen dem Beschäftigungsstatus der Eltern und dem Wohlergehen des Kindes ist wohl bekannt. 

2013 lag die Arbeitslosenquote für Erwachsene im Alter von 15 - 64 bei 60,5 % (65,5 % bei Erwachsenen im Alter von 20 - 64). 2013 lag die Erwerbstätigenquote bei Männern bei 65,1 % und bei Frauen bei 55,9 % (Der EU-Durchschnitt lag im Vergleich hierzu bei 69,4 % (Männer) und 58,8 % (Frauen)). 

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 10,0 % (Januar 2015, Schätzung von Eurostat). Sie ist somit von einem Spitzenwert von 15 % Anfang 2012 gesunken, ist jedoch weiterhin auf einem untragbar hohen Niveau. 

Bei den unter 25-Jährigen lag die Arbeitslosenquote 2014 bei 23,9 %. Durchschnittlich etwa 38 % der arbeitslosen Jugendlichen waren länger als ein Jahr nicht erwerbstätig. Die absolute Anzahl arbeitsloser Jugendlicher ist von durchschnittlich 80.000 im Jahr 2009 auf 47.000 im Jahr 2014 gesunken. Durch diese Verringerung der Anzahl machen Jugendliche derzeit 19 % aller Arbeitslosen aus. Mitte 2008 lag die Quote noch bei 35 %. 

Auf der Grundlage aktueller Trends und Prognosen sollte die Arbeitslosenquote von Jugendlichen 2015 die 20 %-Marke unterschreiten. 

Pathways to Workpdfist ein Aktionsplan der irischen Regierung, der die Berufsaussichten aller Jobsuchenden (unter anderem der Jobsuchenden mit Kindern) verbessern soll. Seit der Einführung von Pathways to Work im Jahr 2012 werden sowohl Arbeitsvermittlungs- als auch Unterstützungsleistungen in Intreo-Zentren angeboten. Es wurden neue Programme und Arbeitsvermittlungshilfen eingeführt und einige bestehende Programme erweitert. Es wurde ein „Sozialvertrag“ mit Rechten und Verantwortungen zwischen Arbeitssuchenden und dem Land geschlossen und umgesetzt. Der Aus- und Weiterbildungsbereich (Further Education and Training, FET) ist stark umstrukturiert worden. Es wurde ein Arbeitsmarkt-Rat aufgestellt, der dafür zuständig ist, die Umsetzung der Strategie zu kontrollieren und beratend zur Seite zu stehen. Pathways to Work 2015 wird Reformen vorantreiben, die bereits angestoßen wurden. Diese beziehen sich vornehmlich auf Langzeitarbeitslose und arbeitslose Jugendliche. In diesem Zusammenhang wird Mitte 2015 ein neues Arbeitsvermittlungsmodell umgesetzt werden: JobPath. 

Auch der Implementierungsplan zur Jugendgarantiepdf, der im Januar 2014 als Teil der Strategie Pathways to Work umgesetzt wurde, zielt darauf ab, die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen anzugehen. Er ist die Antwort des Landes auf die Empfehlung der EU zur Jugendgarantie. 

Vermehrter Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten 

Zugang zu erschwinglichen, qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangeboten ist im Zusammenhang mit der Prävention von Kinderarmut sehr wichtig – insbesondere in den Lebensjahren des Kindes, in denen die entscheidenden Grundlagen gelegt werden. 

2013 besuchten 29 % der irischen Kinder im Alter von 0 - 3 Jahren offizielle Kinderbetreuungseinrichtungen. Ein etwas höherer Prozentsatz als der EU-28-Druchschnitt (27 %). 2013 besuchten in Irland durchschnittlich mehr ältere Kinder (zwischen 3 Jahren und dem Mindestschulpflichtalter) offizielle Kinderbetreuungseinrichtungen als in den anderen EU-Ländern (89 % in Irland, 82 % im EU-28-Durchschnitt). 

Im Zusammenhang mit dem Europäischen Semester, das sich mit Irland beschäftigt, hat der Europäische Rat in Form einer länderspezifischen Empfehlungpdf Übersetzung für diesen Link wählen  (LSE) Irland 2014 geraten, es Frauen zu erleichtern, sich am Arbeitsmarkt zu beteiligen. Gewährleistet werden sollte dies dadurch, dass ein besserer Zugang zu erschwinglicheren Vollzeit-Kinderbetreuungseinrichtungen ermöglicht wird. Eine interministerielle Gruppe beschäftigt sich aktuell mit dem Betreuungsangebot für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren sowie dem Betreuungsbedarf nach der Schule von älteren Kindern, die zur Schule gehen. Ziel ist es, einen kohärenten Ansatz zu entwickeln, in den die gesamte Regierung eingebunden ist und in dessen Rahmen in Kinderbetreuungseinrichtungen investiert wird – unter anderem in die Aspekte, die in der länderspezifischen Empfehlung (LSE) thematisiert wurden. Die Gruppe ist unter anderem dafür zuständig, politische Zielsetzungen für die Investitionen zu erarbeiten, die Optimierungen in Bezug auf die Themen soziale Inklusion und Armutsminderung herbeiführen sollen. 

Ein wesentliches Ziel von Better Outcomes Brighter Futures besteht darin, qualitativ hochwertige, „ergebnisorientierte, effiziente und effektive“ Dienstleistungen bereitzustellen. Die Regierung wird nationale und internationale Beispiele hinsichtlich der Wirksamkeit derartiger Ausgaben beurteilen und derartige Nachweise in die Ressourcenzuweisung einfließen lassen. 

Die Ressourcenzuweisung für die Dienstleistungen wird unter Berücksichtigung der Notwendigkeit erfolgen, den Schwerpunkt von einer Krisenintervention auf präventive und frühzeitige Maßnahmen zu verlegen. Ein Beispiel dieses Ansatzes ist das Area Based Childhood-Programm (ABC). Das ABC-Programm zielt darauf ab, die Ergebnisse im Hinblick auf Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu optimieren, die in den am stärksten benachteiligten Regionen des Landes leben. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der Optimierung der Ergebnisse für Kinder und Jugendliche in Bezug auf die Themen Gesundheit, Bildung und Soziales. Zudem zielt es darauf ab, die Wirksamkeit bereits verfügbarer Dienstleistungen für diese Zielgruppe zu erhöhen. Durch das ABC-Programm werden verschiedene Dienstleistungen finanziell gefördert und unterstützt, die in von der Regierung entsprechend der ABC-Ziele ausgewählten Regionen angeboten werden. Derzeit werden die Investitionen von zunächst drei Regionen auf weitere 10 Regionen ausgeweitet. 

Auch benachteiligte sowie marginalisierte Jugendliche und Jugendliche, die Risikogruppen angehören, werden durch die Initiative „Spezielle Programme für Jugendliche“, den Fonds für Einrichtungen und Dienstleistungen für Jugendliche und lokale Projekte zur Drogenbekämpfung gezielt unterstützt.

Schlussfolgerung

Die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf politische Maßnahmen in Bezug auf Kinder und Familien in Irland – insbesondere die Einführung desnationalen politischen Rahmenwerks für Kinder und Jugendliche nehmen Bezug auf die Empfehlung des Europäischen Rats und werden dafür sorgen, dass für alle Kinder und ihre Familien bessere Ergebnisse erzielt werden und für eine bessere Zukunft gesorgt wird.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im April 2015 aktualisiert.

Zusätzliche Informationen

Das irische Regierungsprogramm umfasst eine Reihe von Verpflichtungen:

  • die Durchführung eines Referendums in Zusammenhang mit den Rechten von Kindern unter der irischen Verfassung;
  • die Einrichtung einer gesetzlich verankerten Behörde zur Unterstützung von Kindern und Familien, um so die Umsetzung von Dienstleistungen zum Schutz von Kindern grundlegend umzugestalten und die Verantwortung dafür von der Verwaltung des Gesundheitsdienstes (Health Services Executive) abzuziehen;
    • die Umsetzung der Empfehlungen des Ryan-Berichts, darunter auch das Vorhaben, Kinder an die erste Stelle zu setzen: „Children First: National Guidance on a statutory footing and legislating for the use of ‘soft information’“ (Kinder zuerst: Nationale Orientierungshilfe für eine gesetzliche Basis und die Gesetzgebung zur Verwendung ‚weicher Informationen‘);
    • die Beibehaltung des kostenlosen Vorschuljahres und die Verbesserung der Qualität dieses Angebots je nach entsprechenden Ressourcen sowie die Erlassung einer Gesetzgebung zur Konsolidierung und Reformierung des Adoptionsrechts;
    • die Investition in ein gezieltes Programm zur frühkindlichen Erziehung für benachteiligte Kinder, das auf bestehenden und ebenfalls gezielt ausgerichteten vorschulischen Fördermaßnahmen für Familien, die am meisten auf Hilfe angewiesen sind, aufbaut (wie zum Beispiel das „youngballymun“-Projekt);
    • den Kreislauf der Kinderarmut da zu durchbrechen, wo sie am tiefsten verwurzelt ist, indem ein neuer, gebietsbezogener Ansatz im Kampf gegen Kinderarmut eingeführt wird, der an den besten internationalen Praktiken und bestehenden Dienstleistungen zur Bekämpfung jedes einzelnen Aspekts der Kinderarmut anknüpft.