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Zypern : Großzügige Unterstützung für große Familien

Zypriotische Familien erfreuen sich günstiger Bedingungen, wenn es um die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben geht.  Die Kinderarmutsrate gehört zu den niedrigsten in der EU (27.5% im Jahr 2012), und große Familien erhalten großzügige Zulagen, die die Armutsgefahr bedeutend verringern. Mit 1,39 Kindern pro Frau im Jahr 2012 liegt die Geburtenrate jedoch unter dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten (1,57 Kinder pro Frau im Jahr 2011).

Ein höherer Grad an Unterstützung für Familien mit drei und mehr Kindern

2011 betrugen die Ausgaben für Familien- und Kinderzulagen 2% des BNP, was unter den Durchschnittsausgaben in der EU lag, jedoch mehr als in den meisten anderen Ländern ist. Kindergeld in Höhe von €421 wird Familien mit ein oder zwei Kindern unter 18 Jahren einmal jährlich gezahlt.

2011 erhielten größere Familien, in denen 24 % der zypriotischen Kinder leben, monatlich: €70 pro Monat (circa €842 pro Jahr) pro Kind in einer Familie mit drei Kindern, und €115 pro Monat (circa €1390 pro Jahr) pro Kind für Familien mit vier oder mehr Kindern.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Beide Eltern haben Anspruch auf unbezahlten Elternurlaub von bis zu 13 Wochen, solange sie mindestens sechs Monate lang gearbeitet haben. Dies wird oft als zu kurz angesehen: 72 % der Zyprioten treten für eine Verlängerung des Elternurlaubs ein, eine Maßnahme, die im Durchschnitt nur von 47 % der EU-Befragten einer Eurobarometer-Umfragepdf Übersetzung für diesen Link wählen  unterstützten. Mütter haben einen Anspruch auf insgesamt 18 Wochen Mutterschaftsurlaub (der spätestens zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnen muss). Mütter können neun Monate nach der Geburt und der Rückkehr an den Arbeitsplatz ihre Arbeitszeit um eine Stunde pro Tag reduzieren (z. B. durch eine Pause), um ihr Baby zu stillen oder zu betreuen.

Das Mutterschaftsgeld entspricht 75 % des Einkommens der Frau (bis zu €751 pro Woche im Jahr 2011). Es wird 18 Monate lang gezahlt, beginnend zwischen der 6. und 2. Woche vor der Geburt. Eltern erhalten außerdem eine Mutterschaftszulage (einen Pauschalbetrag von €521).

Im Hinblick auf den Besuch von Tagesbetreuungseinrichtungen ergaben die Eurostat-Daten von 2011, dass 23 % der Kinder unter 3 Jahren und 73 % der Kinder zwischen drei und sechs Jahren derartige Einrichtungen besuchen. Beide Zahlen liegen unter dem EU-Durchschnitt (jeweils 30 % und 83 %) und entsprechen nicht den in Barcelona formulierten Zielsetzungen für Kinderbetreuung. Da die Familie jedoch immer noch der Kern der zypriotischen Gesellschaft und Kultur ist, übernehmen oft die Großeltern die Betreuung der Kinder, sowohl im Kleinkindalter als auch nach der Schule.

Hohe Beschäftigungsraten für Mütter, jedoch unzureichende Kinderbetreuungseinrichtungen für Kleinkinder

2012 waren die Beschäftigungsraten für Mütter mit Kindern unter sechs Jahren höher als für Frauen insgesamt – 68.4 % im Vergleich zu 59.4 % - und beide liegen über dem EU-Durchschnitt (59.1 % im Vergleich zu 58,5 %). Das gleiche Muster ist bei Männern anzutreffen, mit 70.4 % bei den Männern insgesamt (EU 69.6 %). Frauen in Zypern arbeiten außerdem mehr Stunden pro Woche als der EU-Durchschnitt: 37,9 Stunden pro Woche im Vergleich zu 33.9. Mit 16.4 % im Jahr 2011 lag das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern über dem EU-Durchschnitt von 16,2 %. Teilzeitbeschäftigung ist weniger beliebt als anderswo in Europa (13.7 % der Frauen üben Teilzeitarbeit aus gegenüber 32,5 % in der EU).

Die Studie ‚Modelle für die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie und die Notwendigkeit von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern – soziale Netzwerke für die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie’ , die im Rahmen des EU EQUAL-Programms durchgeführt wurde, brachte zutage, dass ein großer Bedarf an besseren formellen Strukturen und Kinderbetreuungseinrichtungen besteht. Auf die Frage, wer sich während der Arbeitszeit um ihre kleinen Kinder kümmere, antworteten 38 % der befragten Eltern, dass ihre Kinder von Großeltern und Verwandten versorgt würden, 29 % gaben an, ihre Kinder allein zuhause zu lassen und 26 % erklärten, ihr(e) Kind(er) bei ihrem Ehepartner zu lassen. Nur 9 % der Befragten sagten, dass ihre Kinder eine Kindertagesbetreuungseinrichtung in ihrer Nähe besuchten, während 6 % die Dienste eines bezahlten Betreuers in Anspruch nahmen.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert.

Erweiterung der Betreuung für Vorschulkinder

Um die unzureichenden Einrichtungen zur Betreuung von Kleinkindern anzugehen, riefen die sozialen Wohlfahrtsdienste (Social Welfare Services, SWS) eine Initiative ins Leben ‚Erweiterung und Verbesserung der Betreuungsdienste für Kinder, ältere Menschen, Behinderte und andere Abhängige’, die zu 50 % vom Europäischen Sozialfonds finanziert wurde. Die Initiative bot subventionierte Betreuung für Vorschulkinder, deren Mütter Schwierigkeiten hatten, in den Arbeitmarkt einzutreten.

Die Initiative umfasste die Förderung flexibler Öffnungszeiten für Betreuungseinrichtungen und die Einleitung einer Studie über offene Betreuungseinrichtungen in Zypern. Dies hatte die Finanzierung von 31 Betreuungsprogrammen für Kinder, ältere Menschen, Behinderte und andere Bedürftige zur Folge. Die Programme wurden in Zusammenarbeit zwischen Kommunalbehörden und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt.

Darüber hinaus leitete SWS eine Studie über die Rolle der Kommunalbehörden bei der Förderung von Betreuungsprogrammen zur Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben ein. Das Ziel der Initiative bestand darin, Frauen dabei behilflich zu sein, in den Arbeitsmarkt einzutreten, in diesen zurückzukehren oder in ihm zu verbleiben.