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Kroatien

Familienpolitische und soziale Maßnahmen werden stark von gesellschaftlichen Veränderungen beeinflusst. Wie in vielen europäischen Ländern ist in Kroatien seit einiger Zeit eine demografische Rezession zu verzeichnen, die insbesondere auf geringe Fruchtbarkeitsraten, einen Bevölkerungsrückgang und die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. Zudem verändert sich die Familienstruktur und differenziert sich aus, wenn auch nicht so schnell wie in Industrieländern.

Demografische Veränderungen und Familie

2014 lag die Geburtenrate (Anzahl der Lebendgeburten pro 1.000 Einwohner) bei 9,3. Im Jahr 2014 fiel die Zahl der Lebendgeburten im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,9 % ab. 2014 wurden insgesamt 39.176 Lebendgeburten verzeichnet. Die Sterblichkeitsrate (Anzahl der Todesfälle pro 1.000 Einwohner) lag 2014 bei 12,0. Im Jahr 2014 stieg die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 % an. Die natürliche Wachstumsrate war 2014 mit -2,7 (-11.273 Personen) negativ.

Zudem ist in Kroatien auch eine starke Überalterung der Bevölkerung festzustellen. In Kroatien entsprach der Anteil der Personen im Alter von über 65 Jahren 2014 mit 18,4 % dem EU-Durchschnitt von 18,5 %. In Kroatien ist außerdem eine negative Nettomigrationsrate zu verzeichnen. 2014 wanderten 10.638 Personen ein und 20.858 Personen wanderten aus. Daraus ergab sich eine negative Nettomigrationsrate von -10.220. Die demografischen Rahmenbedingungen Kroatiens und die wirtschaftlichen und sozialen Prozesse spiegeln sich in der Struktur der kroatischen Familien wider. Die Zahl der Eheschließungen sinkt stetig und die Zahl der Scheidungen nimmt zu. 2014 gab es 19.501 Eheschließungen und 6.570 Scheidungen.

Gemäß der Volkszählung im Jahr 2011 gab es in Kroatien 867.680 Familien mit kleinen Kindern: bei einem Großteil handelte es sich um verheiratete Paare mit Kindern. Mütter mit Kindern machten die zweitgrößte Gruppe aus. Die Zahl der Väter mit Kindern war wesentlich geringer, ebenso wie die der nicht verheirateten Paare mit Kindern. Familien mit einem Kind machten die Hälfte aller Familien mit Kindern aus und Familien mit zwei Kindern machten 36,8 % aller Familien mit Kindern aus. Familien mit mehr als zwei Kindern gibt es selten, insbesondere Familien mit vier und mehr Kindern.

Finanzielle Unterstützungen während des Mutterschutzes und des Erziehungsurlaubs

Finanzielle Unterstützungen während des Mutterschutzes und des Erziehungsurlaubs sind Teil des Systems für Familiensicherheit und soziale Sicherheit. Die finanziellen Unterstützungen dienen dazu, Müttern Schutz zu bieten, die Vereinbarung von Pflichten im Zusammenhang mit dem Familien- und Berufsleben zu erleichtern und Väter dazu zu ermutigen, von Anfang an, an der Erziehung ihrer Kinder teilzuhaben. In der Republik Kroatien haben alle Festangestellten und Selbstständigen, Erwerbslosen und Eltern außerhalb des Beschäftigungssystems Anspruch auf gewisse finanzielle Unterstützungen während des Mutterschutzes und des Erziehungsurlaubs (wie beispielsweise Elternzeit und eine finanzielle Vergütung während der Dauer derselben).

Erwerbstätige Schwangere und Mütter haben ein Recht auf Mutterschaftsurlaub, bis ihr Kind sechs Monate alt ist. Nach dem Pflichtmutterschaftsurlaub, der 28 Tage vor dem voraussichtlichen Geburtstermin beginnt und ab Geburt 70 Tage umfasst, kann eine angestellte oder freiberuflich tätige Mutter einen zusätzlichen Mutterschaftsurlaub in Anspruch nehmen, bis das Kind sechs Monate alt ist. Dieser zusätzliche Mutterschaftsurlaub kann mit einer schriftlichen Begründung auf den Vater übertragen werden.

Erwerbstätige Eltern haben ein Recht auf Elternzeit, wenn das Kind sechs Monate alt ist. Beide erwerbstätigen Elternteile können die Elternzeit in Anspruch nehmen und sie wird in der Regel zu gleichen Teilen in Anspruch genommen: acht Monate für das erst- und zweitgeborene Kind und 30 Monate bei Zwillingen, dem dritten und jedem weiteren Kind (für jeden Elternteil über einen Zeitraum von vier oder 15 Monaten).
Wenn die Elternzeit mit Zustimmung beider Eltern nur von einem der beiden Elternteile in Anspruch genommen wird, beträgt ihr Umfang sechs Monate für das erst- und zweitgeborene Kind, 30 Monate für Zwillinge, das dritte und jedes weitere Kind.

Während des Mutterschaftsurlaubs werden der Empfängerin 100 % des Lohns ausgezahlt, den sie in den letzten sechs Monaten vor Beginn der Elternzeit erhalten hat. Das Elterngeld beläuft sich auf 348 Euro. Zu den Leistungsempfängern zählen arbeitslose Eltern und Eltern außerhalb des Beschäftigungssystems (wie Vollzeitstudenten oder Personen, die nicht arbeiten können), wenn diese bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen. Die Geldleistungen, die während der Schwangerschaft, der Freistellung der Eltern von der Arbeit oder während der Betreuungszeit des Kindes gezahlt werden, belaufen sich auf 217 Euro.

Zudem können die Leistungsempfänger unter bestimmten Voraussetzungen eine einmalige finanzielle Unterstützung für ihr Neugeborenes erhalten. Sie beläuft sich auf 304 Euro und wird von der kroatischen Krankenversicherung bezahlt. Die im Jahr 2014 vorgenommenen Änderungen an dem Gesetz zu finanziellen Unterstützungen während des Mutterschutzes und des Erziehungsurlaubs schreiben vor, dass Eltern, die Zwillinge adoptieren und Eltern, die mehrere Kinder gleichzeitig adoptieren, den gleichen Anspruch auf Elternzeit haben, wie angestellte und selbstständige Eltern. Die Änderungen sorgen außerdem für eine Harmonisierung der Bestimmungen des Gesetzes zu konsolidierten Expertenbehörden.

Die Leistungsempfänger haben einen Anspruch auf Kindergeld, wenn ihr Monatseinkommen pro Haushaltsmitglied im vergangenen Kalenderjahr insgesamt 50 % der Budgetgrundlage (217 Euro) nicht überschreitet. Für alle Leistungsempfänger gelten die gleichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Kindergeld. Die Höhe des Kindergeldes beträgt entsprechend der durch Volkszählungen festgelegten Einkommensklassen zwischen 26 und 109 Euro. Die Regierung der Republik Kroatien hat Änderungen an dem Kindergeldgesetz vorgenommen, die den Bereich betreffen, in dem es um den Schutz von Kindern mit mittelschweren bis schweren Behinderungen geht. Dies war dank des laufenden Konsolidierungsprozesses des Sozialschutzsystems möglich. Die Änderungen ermöglichen die Zahlung eines Kindergeldes für und an Kinder mit mittelschweren bis schweren Behinderungen ab dem 27. Lebensjahr – solange die Behinderung vorliegt.

Leistungsempfänger des Kindergeldes haben zudem ein Anrecht auf einen pronatalen Zuschlag in Höhe von 65 Euro für das dritte und vierte Kind. Das bedeutet, dass die Empfänger zusätzlich zu dem Kindergeld 65 Euro erhalten, wenn sie Kindergeld für drei Kinder beziehen – d. h. 130 Euro im Monat, wenn die Empfänger Kindergeld für drei oder mehr Kinder beziehen.

Vorschulerziehungseinrichtungen

Zugängliche, erschwingliche und qualitativ hochwertige Vorschulerziehungseinrichtungen sind zu einem immer wichtigeren Aspekt der Familienpolitik geworden. In Kroatien belaufen sich die Investitionen, die im Zusammenhang mit den Programmen und Dienstleistungen getätigt werden und die Kindern und Familien in Kroatien zugutekommen, auf 1,6 % des BIP. Die Vorschulbildung und  betreuung wird für Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Grundschulalter angeboten. Die Vorschulbildungsprogramme und die Vorschulbetreuung umfassen Kinderkrippen- und Kindergartengruppen in Vorschuleinrichtungen und Kindergärten. Sie beinhalten reguläre Vollzeitprogramme, Vorschulen, kürzere Betreuungsprogramme (ein bis drei Stunden pro Tag oder Woche), die auf alle für Vorschüler relevanten Bereiche ausgerichtet sind, sowie Vorschulbildungsprogramme mit anderen juristischen Personen.

Kindergärten können von der Republik Kroatien und von der Kommunalverwaltung gegründet werden (staatliche Kindergärten) sowie von Religionsgemeinschaften (konfessionelle Kindergärten) und anderen inländischen natürlichen und juristischen Personen (private Kindergärten). Im Schuljahr 2013/2014 machten Vorschüler 64 % der Kinder, die an regulären Programmen für Kinder im Vor- und Grundschulalter teilnahmen, aus. An den kürzeren Programmen nahmen etwa 36 % der Kinder teil. In der Republik Kroatien gibt es 795 Kindergärten und die Gesamtanzahl der Kinder, die in Kindergärten betreut werden, beträgt 159.591 (64 %).

Seit dem 1. Oktober 2014 ist das Vorschulprogramm für alle Kinder ab dem Jahr vor Grundschuleintritt Pflicht und wird von 99,60 % der Kinder in Anspruch genommen. Ziel des Programms ist es, jedem Kind optimale Bedingungen für seine Entwicklung und die Herausbildung und Optimierung seiner Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Kompetenzen zu bieten, einen Wissenserwerb zu ermöglichen und die Möglichkeit zu geben, seinen Interessen nachzugehen. Die entsprechenden Erkenntnisse sollen in die Neugestaltung schulischer Einrichtungen im Hinblick auf Leben, Aufwachsen und Entwicklung einfließen. Vorschulprogramme gibt es in Sprache und Schrift nationaler Minderheiten und in bilingualer Form. Begabte Kinder können in Kindergärten an speziellen Vorschulprogrammen teilnehmen. Für Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten im Alter von sechs Monaten bis zum Grundschulalter werden Arbeitsprogramme angeboten. Diese Kinder nehmen an speziellen pädagogischen Gruppen mit regulären Programmen sowie an pädagogischen Gruppen mit besonderen Programmen teil und besuchen besondere Einrichtungen. An den Vorschulprogrammen nehmen 5.972 (5,46 %) Kinder mit Schwierigkeiten teil sowie 1.373 (1,50 %) begabte Kinder und 2.570 (2,10 %) Kinder nationaler Minderheiten.

Neuer Rechtsrahmen und neue Rahmenstrategie

Das Kindermädchen-Gesetz wurde mit dem Ziel verabschiedet, außerinstitutionelle Arten der Unterstützung von Familien zu fördern. Anhand des Gesetzes wird die Ausführung der Tätigkeit von Kindermädchen geregelt. Es berücksichtigt auch die Selbstständigkeit von Frauen und die Möglichkeit, autonom entwickelte Dienstleistungen in diesem Bereich auf lokaler und regionaler Ebene zu bezuschussen. Ziel des Gesetzes ist es, Familien im Hinblick auf ihre grundlegenden Aufgaben zu unterstützen und die Kinderrechte sowie die Gesundheit und das Wohlergehen des Kindes aktiver zu schützen. Eltern wird nun bezüglich der Kinderbetreuung eine Auswahl geboten und wenn sie sich für diese Art der Kinderbetreuung entscheiden, können sie eine Fachkraft beauftragen, die die Kinder unter angemessenen Bedingungen und auf angemessene Weise betreut und deren Arbeit überwacht wird.

Das neue Familiengesetz trat am 1. November 2015 in Kraft. Es geht mit einem neuen, modernen Ansatz zum Schutz des Familienrechts und verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der Rechte und des Wohlergehens von Kindern einher. Zum zusätzlichen Schutz der Interessen von Kindern wird im Rahmen des Familiengesetzes das Zentrum für besondere Sorgerechtsfälle eingeführt. Für dieses Zentrum arbeiten Juristen mit Universitätsabschluss und Erfahrung im Zusammenhang mit der Arbeit mit Kindern und vertreten diese bei Streitfragen bezüglich ihrer Rechte und Interessen, elterlicher Betreuung, Mutter- und Vaterschaftsstreitigkeiten etc. Die Kinder werden also von einer unabhängigen Einrichtung vertreten. Auf diese Weise können die Interessen des Kindes unabhängig von den Interessen der Eltern und Erziehungsberechtigten dargelegt werden.

Das Gesetz zur vorübergehenden Unterstützung stellt einen weiteren Schritt zu einem verlässlichen und wirksamen Schutz der Rechte des Kindes dar. Wenn ein Kind keine Unterhaltszahlungen bekommt, ist per Gesetz eine schnelle Reaktion von Seiten des Staates in Form einer vorübergehenden Unterhaltszahlung durch Sozialfürsorgezentren notwendig. Auf der anderen Seite wird der Prozess beschleunigt, in dessen Rahmen Eltern, die keine Unterhaltszahlungen leisten, Budgetmittel zurückzahlen. Durch eine solche vorübergehende Unterhaltszahlung nimmt die Republik Kroatien die rechtliche Stellung des Kindes ein und fordert Unterhaltszahlungen in Höhe des Betrags, den sie für das Kind sichergestellt und an das Kind gezahlt hat – mit allen Nebenrechten.

Nationale Strategie für die Rechte von Kindern in der Republik Kroatien

Ziel der Strategie für die Rechte von Kindern in der Republik Kroatien von 2014 bis 2020 besteht darin, die Rechte von Kindern in der Republik Kroatien durch die Anwendung der bestehenden internationalen und nationalen Standards für Kinderrechte wirksamer zu fördern und zu schützen. Dies soll anhand eines verlässlichen und einheitlichen Ansatzes bezüglich der Rechte von Kindern erreicht werden. Die Strategie der Republik Kroatien legt ihren Schwerpunkt auf vier strategische Ziele: Verbesserung des Systems und Bereitstellung kinderfreundlicher Dienstleistungen, Beseitigung aller Formen von Gewalt gegenüber Kindern, Wahrung der Rechte gefährdeter Kinder, Sicherstellung der aktiven Teilnahme von Kindern.

Eine wesentliche Priorität im Rahmen der Strategie besteht darin, relevante, nationale Indikatoren für das Wohlergehen von Kindern – sogenannte Marker – zu definieren, die verwendet werden, um die Umstände und Bedürfnisse von Kindern zu beurteilen und politische Maßnahmen in der Republik Kroatien umzusetzen. Die Indikatoren ergeben Messwerte bezüglich der Umsetzung von Kinderrechten, d. h. sie vereinfachen die Erhebung und den Vergleich von statistischen Daten auf nationaler und internationaler Ebene sowie die Identifizierung von prioritär zu behandelnden Aspekten im Zusammenhang mit Kindern. Die Regierung der Republik Kroatien hat in Zusammenarbeit mit dem kroatischen UNICEF-Büro eine Facharbeitsgruppe zusammengestellt, die Indikatoren erarbeitet, um sie anschließend vorzuschlagen. Der erste Vorschlag der Arbeitsgruppe wird Ende 2015 erwartet.

Die Strategie für den Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung in der Republik Kroatien (2014 - 2020) dient dem Ziel, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Ein Jahr nach Beginn der Umsetzung der Strategie sind gute Ergebnisse zu verzeichnen. Diese Strategie richtet sich vor allem an die gefährdetsten Gesellschaftsgruppen, die Armut und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind (vor allem Kinder, insbesondere Kinder ohne angemessene elterliche Fürsorge und Kinder mit Entwicklungsschwierigkeiten). Auf der Grundlage der Strategie zur Armutsbekämpfung fand 2015 ein Wettbewerb für Projekte zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Armutsbekämpfung und der Prävention sozialer Ausgrenzung statt. Es wurden Mittel für Projekte verwendet, in deren Rahmen Kinder aus sozial schwachen Familien in der Grundschule mit Mahlzeiten versorgt wurden und für Projekte, die sozial schwache Familien auf andere Art und Weise unterstützen (durch Kleidung, Schuhe, Schulmaterialien, Erfüllung der Grundbedürfnisse sozial schwacher Familien und Förderung von Selbstbedienungsgeschäften im sozialen Bereich).

Eine strategische Priorität der Regierung der Republik Kroatien in den vergangenen Jahren bestand darin, die Sozialfürsorgeeinrichtungen zu deinstitutionalisieren und umzustrukturieren, um Kindern Dienstleistungen bieten zu können, die ihren Bedürfnissen und den Bedürfnissen der Gemeinschaften, in denen sie leben, gerecht werden. Der Operative Plan zur Deinstitutionalisierung und Umstrukturierung von Sozialbehörden und anderen juristischen Personen, die in der Republik Kroatien Sozialleistungen erbringen (2014 - 2016) berücksichtigt insbesondere die Unterstützung von Pflegefamilien und fachkundigen Pflegefamilien, eine Erhöhung der Anzahl an Pflegefamilien, die Förderung von Pflegefamilien und eine noch stärkere Förderung der Kapazitäten der Experten, die in Sozialfürsorgezentren und -einrichtungen arbeiten sowie die Minderung der Anzahl an Kindern, die in derartigen Einrichtungen untergebracht werden. Auch die Ausweitung des Gemeindedienstleistungsnetzwerks findet Berücksichtigung.

Es wird geplant, finanzielle und fachliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die Deinstitutionalisierung voranzutreiben, die Kinder aus den Einrichtungen zu nehmen, biologische Eltern und Pflegefamilien sowie die Kinder selbst zu unterstützen – dadurch wird auch das Risiko einer sozialen Ausgrenzung gemindert. Die derzeitige Unterstützung durch Gemeindedienstleistungszentren und -einrichtungen ermöglicht es Kindern, in einer Familie aufzuwachsen – in der Regel in ihrer eigenen – und wenn das nicht möglich ist, in einer Ersatzfamilie, d. h. einer Pflege- oder Adoptivfamilie. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 wurde bei 158 Personen eine Deinstitutionalisierung vorgenommen. Darunter befanden sich 120 Kinder und Jugendliche, denen keine angemessene elterliche Fürsorge zuteilwird und 38 Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten.

Fazit

Ziel der Stiftung „Kroatien für Kinder“ ist es, die Lebensqualität von bedürftigen Familien zu optimieren. Sie unterstützt finanziell sowie im Verpflegungsbereich und ermöglicht die Teilnahme an kulturellen und sportlichen Aktivitäten sowie an Aktivitäten im Bildungsbereich und Ähnlichem. Ziel ist es hierbei, die Werte der Familie in den Vordergrund zu stellen und Familien zu unterstützen. Die Stiftung richtet sich an Familien mit vielen Kindern sowie Familien in weniger stark bevölkerten und isolierten Gebieten, Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil, Schwangere, Mütter, die gerade ein Kind geboren haben, Mütter und Kinder, für die ein Gesundheitsrisiko und das Risiko einer Ausgrenzung aus dem Bildungsbereich sowie dem sozialen und kulturellen Bereich besteht und Kinder ohne Eltern sowie ohne elterliche Fürsorge. Die Stiftung hat einen Stipendien-Wettbewerb für das Schuljahr 2014/2015 durchgeführt, in dessen Rahmen 500 Schüler weiterführender Schulen berücksichtigt wurden. Das Stipendium beträgt 92 Euro pro Monat. Während der Umsetzungsphase zwischen 2014 und 2015 finanzierte bzw. kofinanzierte die Stiftung 38 Projekte juristischer Personen (zivilgesellschaftliche Organisationen, Bildungseinrichtungen etc.), die darauf abzielten, Familien zu unterstützen und die Rechte des Kindes zu fördern. Durch das neue Gesetz zu der Stiftung „Kroatien für Kinder“ werden die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen deutlich, die alternative Betreuungsmöglichkeiten nicht länger in Anspruch nehmen sowie das Risiko sozialer Ausgrenzung. Künftig ist deshalb in diesem Zusammenhang geplant, die betroffene Bevölkerung finanziell zu unterstützen.

Die Information im Länderprofil wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert.