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Über dem Internetportal der Europäischen Plattform für Investitionen in Kinder

European Platform for Investing in Children, website on practices that work in child policy (c) European Union

Die Europäische Plattform für Investitionen in Kinder (EPIC) dient der Bereitstellung von Informationen über Maßnahmen und Politiken, welche die Kapazitäten von Kinder und ihren Familien stärken um besser jene beispiellosen Herausforderungen bewältigen zu können, denen sie sich auf Grund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Europa gegenübersehen.

Ende Februar 2013 verabschiedete die Europäischen Kommission (EK)  im Rahmen des Pakets für Sozialinvestitionen, das eine langfristige soziale Strategie für die Überwindung der aktuellen Krise und die Stärkung der Handlungskompetenz der Bürger vorschlägt, die Empfehlung „Investitionen in Kinder – Den Kreislauf der Benachteiligung durchbrechen“.

Im Zuge des derzeitigen Konjunkturrückgangs ist auch ein Anstieg der Kinderarmut zu verzeichnen. Hinzu kommt, dass es Familien und insbesondere vielen Frauen nach wie vor schwer fällt, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, ein Problem, das durch unzureichende Angebote für die Kinderbetreuung weiter verschärft wird.

Die Empfehlung enthält eine Anleitung für die Mitgliedstaaten zur Bekämpfung von Kinderarmut und sozialer Ausgrenzung beispielsweise mittels Fördermaßnahmen und Sozialleistungen für Familien, einer hochwertigen Kinderbetreuung und frühkindlichen Erziehung. Sozialinvestitionen in individuelle Fähigkeiten sind besonders nützlich für Kinder aus benachteiligten Familien und mit hohen gesellschaftlichen Erträgen verbunden. Sie sind von wesentlicher Bedeutung für das Durchbrechen des generationsübergreifenden Kreislaufs von Armut.

Im Rahmen der Empfehlung wird die Plattform EPIC zur Erfassung und Verbreitung innovativer Praktiken dienen, die sich nachweislich positiv auf Kinder und Familien in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) auswirken. Die Plattform ist  auch ein Instrument, mit dem  Aktivitäten - ausgelöst durch die Empfehlung - verfolgt werden können. Evidenzbasierte Praktiken sollen dann in der Webseiten-Rubrik „Practices that Work“ vorgestellt werden.

EPIC wird ferner als Plattform für den Austausch der besten Politikmaßnahmen für Kinder und deren Familien sowie zur Förderung der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Lernens mittels thematischer Seminare und Workshops in diesem Bereich dienen.

EPIC unterstützt den Wissensaustausch zwischen relevanten Akteuren, Praktikern, Akademikern und politischen Entscheidungsträgern zu einer Vielzahl von Politiken, Programmen und Praktiken. EPIC ist eine von vielen Initiativen der Europäischen Kommission die soziale Innovation voranbringt. EPIC steht für das gemeinsame Engagement mit wichtigen Akteuren durch die Verbreitung von Informationen und Dialog zwischen verschiedenen Organisationen. EPIC ist eine offene Plattform: innovative, kindsbezogene Initiativen können über ein Online-Formular auf der Webseite eingereicht werden, und Nutzer haben die Möglichkeit per E-Mail weitere Informationen anzufordern.

Kinderarmut in Europa

Kinderarmut ist in der Europäischen Union nach wie vor ein weit verbreitetes Problem. Laut Daten von besagen bestand 2012 für mehr als eins von vier Kindern (28 % der Kinder in den EU-28) ein Armutsrisiko sowie das Risiko sozialer Exklusion. Dies liegt zum Teil an den nie dagewesenen Herausforderungen, die sich europäischen Familien aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage stellen. Allerdings ist ein unzureichendes Familieneinkommen nicht die einzige Ursache für Kinderarmut. Aus der Empfehlung der Kommission „Investitionen in Kinder: Den Kreislauf der Benachteiligung durchbrechen“ geht hervor, dass die Benachteiligung von Kindern in Europa auch wesentlich dadurch verringert werden kann, dass Dienstleistungen, die wesentlich für die Entwicklung von Kindern sind, leichter zugänglich gemacht werden. Hierzu zählen Dienstleistungen im Bereich des Wohnungswesens, qualitativ hochwertige (Vor-)Schulbildung sowie Dienstleistungen im Bereich des Gesundheitswesens. Der eingeschränkte Zugang zu diesen Dienstleistungen stellt eine Verletzung der Menschenrechte dar und ist der Entwicklung eines Kindes hinderlich. Dies hat oftmals zur Folge, dass es Schwierigkeiten hat, sich langfristig aus der Armut zu befreien. Daher müssen Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlergehens von Kindern auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder angepasst sein und dürfen sich nicht allein auf die wirtschaftlichen Beschränkungen der Eltern dieser Kinder konzentrieren.

2013 hat die Europäische Kommission die Europäische Plattform für Investitionen in Kinder (EPIC) ins Leben gerufen, um innovative Praktiken zusammenzustellen und zu verbreiten, die sich positiv auf Kinder und Familien aus EU-Mitgliedstaaten ausgewirkt haben. Zudem soll die Zusammenarbeit sowie ein gegenseitiger Wissensaustausch auf diesem Gebiet gefördert werden. Die Mitgliedstaaten werden ersucht, wirksame politische Maßnahmen und Praktiken umzusetzen, die verhindern sollen, dass Benachteiligungen sowie Armut und soziale Exklusion von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Auf diese Weise soll das integrative, nachhaltige Wachstum Europas gefördert werden.

Evidenzbasierte Praktiken

Bei der Europäischen Plattform für Investitionen in Kinder (EPIC) handelt es sich um eine evidenzbasierte Online-Plattform, auf der Informationen zu politischen Maßnahmen und Praktiken eingesehen werden können, die Kinder und ihre Familien dabei unterstützen können, die Herausforderungen anzugehen, die sich im Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Europa stellen. EPIC sammelt und sichtet diese nachweislich wirksamen Praktiken aus den 28 Mitgliedstaaten und fasst sie zusammen. Unter evidenzbasierten Praktiken werden Praktiken verstanden, die sich nach gründlicher Prüfung und Untersuchung als wirksam erwiesen haben. Eine zentrale Komponente von EPIC besteht darin, dass die evidenzbasierten Praktiken im Bereich „Bewährte Praktiken der Webseite in einer Online-Datenbank eingesehen werden können. Die verschiedenen Problemstellungen und Themen, auf die sich die Praktiken beziehen, sind für eine Vielzahl von Entscheidungsträgern und Praktikern relevant. Behandelt werden unter anderem Themen wie Kindererziehung, Kinderbetreuung, Kindesentwicklung und Wohlergehen von Kindern. EPIC bietet insbesondere über die Offene Koordinierungsmethode die Möglichkeit, Erfahrungen weiterzugeben, was den Austausch bewährter Praktiken zwischen den EU-Mitgliedstaaten erleichtert.