Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss

Im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) können europäische Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter und sonstige Interessengruppen ihre Ansichten zu EU-Themen vorbringen. Der EWSA ist eine beratende Einrichtung, die dem Rat der Europäischen Union, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament Stellungnahmen vorlegt.

Funktion

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss wurde im Jahr 1957 gegründet. Er dient als Plattform für den Meinungsaustausch zu Fragen des europäischen Binnenmarkts und vertritt offiziell den Standpunkt europäischer Interessengruppen (wie Gewerkschaften, Arbeitgeber, Landwirte) zu den Gesetzgebungsvorschlägen der EU.

Im Durchschnitt gibt der EWSA jährlich 170 Stellungnahmen und ähnliche Dokumente ab. Alle Stellungnahmen werden an die Entscheidungsgremien der EU weitergeleitet und anschließend im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Mitglieder

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss hat 353 Mitglieder, bei denen es sich um Vertreter europäischer Interessengruppen aus dem sozialen und wirtschaftlichen Bereich handelt. Die Mitglieder werden von den Regierungen der EU-Länder vorgeschlagen und vom Rat der Europäischen Union auf fünf Jahre ernannt; eine Wiederernennung ist möglich. Die Mitglieder des EWSA beziehen für ihre Tätigkeit kein Gehalt, erhalten aber für die Teilnahme an Sitzungen Zulagen zur Deckung ihrer Reise- und Aufenthaltskosten.

Die Mitglieder gehören einer der folgenden drei Gruppen an:

  1. Arbeitgeber Englishfrançais
  2. Arbeitnehmer Englishfrançais
  3. Verschiedene Interessen Englishfrançais (z. B. Landwirte, Verbrauchergruppen)

Wie viele Mitglieder ein EU-Land stellt, richtet sich nach der Einwohnerzahl des Landes:

  • Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich: 24 Mitglieder
  • Polen und Spanien: 21 Mitglieder
  • Rumänien: 15 Mitglieder
  • Belgien, Bulgarien, Griechenland, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Tschechische Republik und Ungarn: 12 Mitglieder
  • Dänemark, Finnland, Irland, Kroatien, Litauen und Slowakei: 9 Mitglieder
  • Estland, Lettland und Slowenien: 7 Mitglieder
  • Luxemburg und Zypern: 6 Mitglieder
  • Malta: 5 Mitglieder