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Die Geschichte der Europäischen Union: 1970 - 1979

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Eine wachsende Gemeinschaft – die erste Erweiterung

Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten der Europäischen Union am 1. Januar 1973 bei und bringen die Zahl der Mitgliedstaaten damit auf neun. Der kurze, aber blutige arabisch-israelische Krieg im Oktober 1973 führt zu einer Energiekrise und Wirtschaftsproblemen in Europa. Der Sturz des Salazar-Regimes in Portugal 1974 und der Tod von General Franco in Spanien 1975 bedeuten das Ende der letzten faschistischen Diktaturen in Europa. Im Rahmen ihrer Regionalpolitik schleust die EU riesige Summen in ärmere Gebiete, um dort Arbeitsplätze zu schaffen und die Infrastruktur zu verbessern. Der Einfluss des Europäischen Parlaments (EP) auf die EU-Angelegenheiten nimmt zu, und 1979 können alle Bürger erstmals ihre EP-Abgeordneten direkt wählen.

24. April 1972

Die ersten Pläne für eine einheitliche Währung werden in den 70er Jahren entwickelt. Zur Wahrung ihrer Währungsstabilität erlauben die EWG-Staaten nur geringe Wechselkursbewegungen zwischen ihren Währungen. Der 1972 geschaffene Wechselkursmechanismus ist ein erster Schritt zur Einführung des Euro 30 Jahre später.

Der Umweltschutz wird in den 70er Jahren verstärkt. Die EU verabschiedet Umweltschutzvorschriften und führt das „ Verursacherprinzip “ ein. Interessengruppen wie Greenpeace werden gegründet.

1. Januar 1973

Mit dem Beitritt von Dänemark, Irland und dem Vereinigten Königreich gehören der EWG neun Mitgliedstaaten an.

Mitgliedstaaten  Mitgliedstaaten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande.

Neue Mitgliedstaaten Neue Mitgliedstaaten: Dänemark, Irland, Vereinigtes Königreich.

Karte – Mitgliedstaaten der EU 1973 © Stefan Chabluk

Liste aller EU-Mitgliedstaaten mit Beitrittsdatum

Nach dem Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 begrenzen die erdölproduzierenden Länder im Nahen und Mittleren Osten ihre Lieferungen an einige europäische Länder und erhöhen die Preise. Dies führt zu großen wirtschaftlichen Problemen in der gesamten EWG.

10. Dezember 1974

Als Zeichen der Solidarität gründen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, mit dessen Hilfe in den weniger wohlhabenden Regionen Straßen und Kommunikationsmittel errichtet werden sollen. Hierdurch sollen Investitionen gefördert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Später entfällt ein Drittel aller EU-Ausgaben auf diese Art von Förderung.

7.–10. Juni 1979

Das Europäische Parlament wird zum ersten Mal direkt gewählt. Vorher wurden die Abgeordneten von den nationalen Parlamenten entsandt. Die Mitglieder des Parlaments gehören länderübergreifenden Fraktionen (Sozialisten, Konservative, Liberale, Grüne usw.) und nicht nationalen Delegationen an. Der Einfluss des Parlaments nimmt ständig zu.

Der Sturz des Salazar-Regimes in Portugal 1974 und der Tod von General Franco in Spanien 1975 bedeuten das Ende der letzten faschistischen Diktaturen in Europa. Beide Länder führen die Demokratie ein – ein wichtiger Schritt für die künftige Mitgliedschaft in der EU.

Die Ermordung des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro 1978 ist einer von zahlreichen Terrorakten, die in den 70er Jahren von Terroristen verübt werden. Zu den Opfern gehören Anwälte, Geschäftsleute und Politiker sowie elf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen 1972 in München.

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